Hubert Hingerl - Gusgasga
Hubert Hingerl wurde 1932 in Kempten im Allgäu geboren. Nach einem berufsbegleitenden Abendstudium der Wirtschafts- und
Verwaltungsakademie wechselten seine beruflichen Tätigkeiten vom Kleingewerbetreibenden mit Spielwaren zum Außendienstmitarbeiter
der Bundesanstalt für Arbeit und endeten als Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Betzigau.
Der leibhaftige Enkel des legendären Aloisius Hingerl erzählt kritisch und ironisch über sein Heranwachsen im kleinbürgerlichen
Kempten in "heroischer" Zeit. Tausendjähriges Reich, Zweiter Weltkrieg und turbulente Nachkriegsjahre erlebt er in Kempten und im
Allgäu. Unverblümt schildert er seine Erinnerungen und Erfahrungen. Mit seinen oft launigen aber sehr persönlichen Betrachtungen
führt er uns durch die Jahre von 1932 bis 1950.
Hier ein Ausschnitt aus dem Nachwort:
Nach 60 Jahren werden die Zeitzeugen immer weniger, die das Hitler-Regime, den Zusammenbruch des Dritten Reiches und die Gründung der
Bundesrepublik Deutschland persönlich erlebt haben. Mündliche Überlieferungen verfallen der Vergessenheit, wenn sie nicht schriftlich
oder durch andere Medien für die Nachkommen konserviert werden.
Um dem Geschriebenen die Wahrheitsvermutung zu geben und so dem Leser die Gelegenheit zur Identifikation, sind alle Ortsangaben authentisch.
Bewusst ließ ich es bei manchen Erinnerungen an Respekt gegenüber einiger damals Erwachsener fehlen. Was der Jugend in jener Zeit durch
manche Erwachsene an Hasshetze, Durchhalteparolen und Scheinheiligkeit zugemutet worden war, verdient keinen Respekt.
Ebenfalls bewusst und unverblümt wird mit den Erlebnissen des Gusgasga ein Sittenbild gezeichnet, das im Kontrast steht zur
Prüderie und Verklemmtheit jener Zeit.
Ich kann das Buch "Gusgasga" nur empfehlen, solche Erinnerungen, offen und ehrlich erzählt, mit kritischen Gedanken zur Zeit verbunden,
geben ein realistisches Bild der Nachkriegszeit in Kempten und im Allgäu.
Das Buch ist erschienen im Verlag Tobias Dannheimer Kempten und sicher in jedem Buchladen erhältlich.