Das Wasserschloss von Ebenhofen
Das Wasserschloss befand sich in der Ortsmitte, neben der Kirche.
Heute ist nur noch eine Erhöhung zu sehen. Nicht gerade viel.
Der Graf von Ebenhofen
Früher wohnte in Ebenhofen ein sehr reicher Graf auf seinem Wasserschloss. Er war sehr
verschwenderisch, lebte in Saus und Braus, hatte aber keinen Taler für die armen Leute
übrig.
Einmal bestreute er den Weg nach Ruderatshofen dicht mit Salz, damit er vierspännig mit
dem Schlitten zum Jakobifest fahren konnte.
Wegen dieses Frevels verarmte er später so, dass er bei einem armen Kleinhäusler hinterm
Ofen, wo ihn die Läuse fast auffraßen, verstarb.
Infos zum Schloss:
Von dem Wasserschloss Ebenhofen waren und sind in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts nur noch
kleine Relikte wie Mauerreste, Fundamente und Ruinenteile vorhanden. Das Schloss war mit einem
Wassergraben umgeben. Bereits im Jahre 1219 soll Heinrich von Ebenhofen Schlossherr gewesen sein.
Im Laufe der Jahrhunderte wechselten mehrfach die Besitzer.
Der letzte Schlossherr, Ferdinand Wetzer, starb 1751 in Armut. Das Schloss selbst wurde in der
Mitte des 18. Jahrhunderts zertrümmert. Zum Schlossgut, das eine bedeutende Ökonomie hatte, ge-
hörte mehrere Äcker und Wiesen.
Das Schloss hatte ein großes und ein kleines Eingangstor. Weiterhin waren folgende Räumlichkeiten
darin:
10 Zimmer
Eine Kapelle, die den hl. Bartolomae geweiht war
Unter dem Dach doppelte Getreide- und Fruchtböden
In der Küche 4 Gumper (Brunnen) mit bestem Wasser
Ein großes Fürstenzimmer mit einer lustigen Altany (Balkon)
Ein Reitstall für 5 Pferde
Unfern vom Schloss eine Bauernbehausung und Stadel zum Frucht und Heu lagern, worin auch Kammern für die Knechte waren
Ein Pferdestall für 8 Stände samt Futterkasten und Sattelkammer
Viehställe für 30 bis 40 Rinder, Schafe und Schweine
Drei Schuppen für Kutschen, Wägen und dergleichen Gezeug
Ein großer Schlosshof mit Blumen-, Wurz-, Kuchel-, auch Baum-, Gras- und Hopfengarten
Bisher nur teilweise erforschte alemannische Reihengräber am Kirnachufer am Nordrand des Dorfes
weisen auf eine erste Besiedlung der Gegend in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts hin.
Unter den dort ergrabenen Funden ist eine silberplattierte Hauptriemenzunge eines Männergürtels
mit der lateinischen Aufschrift "DEVS IN ADIVTARIVM TVO INTE", die auf ein bereits zu dieser
Zeit bestehendes christliches Bekenntnis der Siedler hinweisen. An weiteren Funden sind eine
vergoldete Scheibenfibel, bronzene Ohrringe und reich verzierte Lanzenspitzen zu nennen.
Die erste urkundliche Erwähnung findet Ebenhofen als Hebenhofen in der Bulle von Papst Gregor IX.
im Jahre 1239 unter den Besitzungen des Klosters Irsee. Später wurde das Dorf meist
Hewen- und Haebenhofen benannt. 1334 war Ebenhofen ein Bestandteil der Herrschaft Kemnat.
Das Wasserschloss östlich der Pfarrkirche war von 1415 bis 1497 Sitz der Herren von Rothenstein,
die es für 1500 rheinische Gulden an den im Dienste von Kaiser Maximilian stehenden Konrad Fuchs
verkauften. Weitere Schlossherren waren die Adelsfamilien von Döffingen, von Hallweil,
von Westernach, von Stücklitsch, von Perfall und zuletzt Joseph Ferdinand Wetzer.


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